… die Geschichte der Juden von der Antike bis heute vorhergesagt wurde?

[Anm.: alle historischen Infos, die hier genannt werden, lassen sich in einem Lexikon (oder auch online, z.B. Wikipedia) nachschlagen.
Ferner schlagen wir vor, zuerst unseren zwei minütigen Einleitungsartikel „Biblische Prophetie“ zu lesen.]

 

Grundlegendes: Biblische Prophetie ist nicht, wie viele meinen, vordergründig dafür da, um in die Zukunft zu blicken (was in einem gewissen Rahmen möglich ist), sondern sie ist viel mehr dazu da, dass wenn etwas geschehen ist, man anhand dieser (historischen) Fakten, die Fakten der Bibel verifizieren kann. Leider ist es so, dass selbst diejenigen, die an die Bibel glauben, es anders herum verstehen. Anders formuliert:

  • Die Bibel beweist u.a. ihren göttlichen Anspruch nicht dadurch, dass man durch sie in die Zukunft blicken kann, sondern dadurch,
  • dass man durch sie zurückblicken und erkennen kann, dass diese Ereignisse bereits vorher niedergeschrieben wurden.

Das eine sind Spekulationen, teilweise sehr wilde, das andere Fakten. Wirkliche, historische Fakten, die jeder Gläubige wie auch jeder Atheist für sich selbst

  • sachlich,
  • neutral und
  • nüchtern überprüfen kann.

Man kann also ein Geschichtsbuch aufschlagen, daneben die Bibel legen und historische Ereignisse miteinander vergleichen.

An dieser Stelle kommt dann meist der Einwand: „Na ja, die Prophezeiungen der Bibel sind bildhaft und daher auf alles Mögliche anzuwenden.“

Wir können diesen Einwand nachvollziehen, werden hier aber ein ganz konkretes Beispiel bringen, dass dem nicht so ist – weil:

  • Die Prophetie, die wir gleich näher betrachten werden, vor unseren Augen geschieht.
  • Gleichzeitig ist sie problemlos historisch nachprüfbar; d.h. Teile dieser Prophezeiung haben sich bereits erfüllt. Viele, selbst Unwissende der Geschichte kennen diese Ereignisse.
  • Ferner, wie bereits erwähnt: Die Prophetie ist nicht bildhaft formuliert, sondern sehr klar und genau. Man kann sie sehr schnell und ohne hin- und herspringen in der Bibel anhand von wenigen Zeilen erfassen.
  • Die Prophezeiung ist noch nicht abgeschlossen und bietet daher Spannung für die nähere Zukunft.
  • Und einiges mehr…

Wir lesen nun eine Passage aus der Bibel dazu (aus dem 5. Buch Mose) und listen der Kürze wegen lediglich zehn Punkte auf (es gäbe noch viel, viel mehr). Diese enthalten metapher-freie, detaillierte Beschreibungen über das Volk Israel und was genau geschehen wird, wenn es sich durch ihren freien Willen dazu entscheiden sollte, in Rebellion zu Gott zu leben.

  1. Deine Söhne und deine Töchter werden einem anderen Volk gegeben werden, und deine Augen werden es sehen und werden nach ihnen schmachten den ganzen Tag; aber deine Hand wird machtlos sein.
  2. Die Frucht deines Landes und all deine Arbeit wird ein Volk verzehren, das du nicht kennst; und du wirst nur unterdrückt und geplagt sein alle Tage.
  3. Und du wirst wahnsinnig werden vor dem Anblick deiner Augen, den du erblickst.
  4. Söhne und Töchter wirst du zeugen; aber sie werden dir nicht gehören, denn sie werden in die Gefangenschaft gehen.
  5. Der Fremde, der in deiner Mitte ist, wird höher und höher über dich emporkommen, und du wirst tiefer und tiefer hinabsinken.
  6. Das Unheil, das über euch und eure Nachkommen hereinbricht, wird allen für immer ein abschreckendes Beispiel sein.
  7. Und sie [Anm.: der Feind] wird dich belagern in allen deinen Toren, bis deine Mauern, die hohen und festen, auf die du vertraust, in deinem ganzen Land gefallen sind; und sie wird dich belagern in allen deinen Toren, in deinem ganzen Land, das dein GOTT, dir gegeben hat.
  8. Und ihr werdet umkommen unter den Nationen, und das Land eurer Feinde wird euch fressen.
  9. Er wird euch fortjagen zu fremden Völkern, bis in die fernsten Länder der Erde.
  10. Du wirst zum Entsetzen werden, zum Sprichwort und zum Gespött bei allen Völkern.

Bevor wir einen Blick in die Historie werfen, kurz ein Grundsatz von biblischer Prophetie: Das Prinzip der Wiederholung. In der Bibel steht geschrieben:

„Was einst gewesen ist, das wird wieder sein, und was einst geschehen ist, das wird wieder geschehen.“; d.h., dass Teile oder alle Punkte einer Prophetie sich immer und immer wieder wiederholen können, um so irgendwann voll und ganz in Erfüllung zu gehen. Man kennt dieses Prinzip, nur dass es bei uns „Die Geschichte wiederholt sich“ heißt.

Nun der Blick in die Historie: Die Geschichte des israelitischen Volkes zeigt eindeutig, dass sich dieses Prinzip erfüllt, d.h. die Geschichte wiederholt sich tatsächlich. Denn die oben genannten Prophezeiungen haben sich nicht nicht nur einmal, sondern sie haben sich gleich mehrmals wiederholt; u.a. in den Jahren:

  • 722 v. Chr.: Damals wurde ein großer Teil Israels (das sog. Nordreich bestehend aus zehn der zwölf Stämmen) durch die Assyrer belagert, gefangen genommen und weggeführt (I.-VII.) und so im „Weltreich“ Assyriens unter alle Völker zerstreut (VIII.-IX.). Für einen historischen Beleg siehe in einem Geschichtslexikon nach oder klicke diesen Wikipedia-Eintrag zum „Nordreich Israel“ an.
  • 597 v. Chr.: Zu dieser Zeit wurde das Südreich, also die übrigen zwei Stämme, durch Babylon gefangen genommen. Auch hier wiederholte sich die Geschichte noch einmal (I.-VIII.; siehe Wikipedia-Eintrag).
  • Siebzig Jahre später kamen die beiden Stämme zurück und wurden dann ca. 70 n. Chr. erneut in alle Himmelsrichtungen zerstreut (siehe Wikipedia-Eintrag).

Im Laufe der Geschichte fand dieser Vorgang mehrere Male statt. Wen das genauer interessiert, kann u.a. hier nachlesen:

All dies fand aber seine bisher schlimmste Erfüllung zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Da wir in der heutigen Zeit diese schrecklichen Ereignisse des Holocausts am ehesten nachvollziehen können, kann man sich unter diesem Gesichtspunkt die oben genannten Verse noch einmal durchlesen und vor Augen führen – und genau erkennen wie exakt diese Details zutreffen – u.a. folgende:

  • Die Kinderdeportation aus und zu den Konzentrationslagern, aber die verzweifelten Eltern sind machtlos dagegen (I.+ IV.):
    Deine Söhne und deine Töchter werden einem anderen Volk gegeben werden, und deine Augen werden es sehen und werden nach ihnen schmachten den ganzen Tag; aber deine Hand wird machtlos sein. + Söhne und Töchter wirst du zeugen; aber sie werden dir nicht gehören, denn sie werden in die Gefangenschaft gehen.
  • Der schon fast surreale Zustand und Anblick (III.):
    Und du wirst wahnsinnig werden vor dem Anblick deiner Augen, den du erblickst.
  • Alle Welt kennt das Unheil, dass dem jüdischen Volk widerfahren ist (VI.):
    Das Unheil, das über euch und eure Nachkommen hereinbricht, wird allen für immer ein abschreckendes Beispiel sein.

[Für weitere übereinstimmende Details, siehe Antisemitismus (bis 1945) und Holocaust.]

Bis heute dient das, was mit dem jüdischen Volk geschehen ist, tatsächlich, wie es die Bibel prophezeit hat, als abschreckendes Beispiel. So trifft auch der letzte Punkt zu:

X.: „Du wirst zum Entsetzen werden, zum Sprichwort und zum Gespött bei allen Völkern.“

Unabhängig davon wie man zu Israel steht – manche spotten, manche nicht – kann man eines unwiderlegbar und sachlich festhalten: Kein Volk in der Menschheitsgeschichte musste das durchmachen, was das jüdische Volk durchmachen musste – und das, wie wir gesehen haben, nicht nur einmal. Wir möchten durch diese Aussage andere grauenvolle Ereignisse, die mit anderen Völkern geschehen sind, keineswegs schmälern. Aber als Außenstehende kann man sagen: In all der Zeit wurde dieses Volk wie kein anderes von anderen Menschen unterdrückt, zu Eigen gemacht, ausgebeutet, gehasst, verfolgt, vertrieben, versklavt und leider vieles mehr.

Punkt IX. fehlt noch:

Vor dem zweiten Weltkrieg war diese Prophezeiung besonders deutlich: Die Zerstreuung der Juden in alle Himmelsrichtungen (für Belege siehe die zuvor genannten Links):

IX.: „Er wird euch fortjagen zu fremden Völkern, bis in die fernsten Länder der Erde.“

So wie die Zerstreuung in die fernsten Länder der Erde prophezeit wurde, so auch ihre Rückkehr. Für alle, die sich mit der jüngsten Geschichte nicht auskennen:

Knapp 2.000 Jahre lang waren die Juden ohne Land, sie waren, wie prophezeit, „unter alle Völker zerstreut“. Jedoch, wie durch ein Wunder (welches unsere heutige Generation kaum noch nachvollziehen kann) erhielten sie nach dem zweiten Weltkrieg „einfach so“ ihr Land zurück. Auch wenn das Land umstritten ist (was übrigens ebenfalls prophezeit ist), wurden die Vertriebenen aus den fernsten Ländern der Erde gesammelt und ins Land zurück gebracht – auch das wurde natürlich vorhergesagt:

„Wenn deine Vertriebenen am Ende des Himmels wären, so wird dein GOTT, dich von dort sammeln und dich von dort holen; und dein GOTT, wird dich in das Land bringen, das deine Väter besessen haben, und du wirst es besitzen; und er wird dir Gutes tun und dich mehren über deine Väter hinaus.“

Und:

„Darum sprich: So spricht GOTT: Ja, ich werde euch aus den Völkern sammeln und euch zusammenbringen aus den Ländern, in die ihr zerstreut worden seid, und werde euch das Land Israel geben.“

Kein Volk und keine Kultur in der Menschheitsgeschichte hat je ohne ein eigenes Land überlebt. Keines. Alle wurden, wie man sagt, assimiliert. Aber nicht so das jüdische Volk. Sie behielten ihre Zugehörigkeit zu ihrer Kultur, zu ihrer nationalen Identität und zu ihrem Land; eben so wie es prophezeit wurde. Und sie kehrten aus allen Himmelsrichtungen zurück.

Man kann nun denken was man will, aber das sind ziemlich präzise Erfüllungen ziemlich präziser Angaben. Das kann und sollte man nüchtern stehen lassen.

Kleine Anmerkung zum Schluss:

Wer ganz genau aufgepasst hat, hat vielleicht gemerkt, dass sich die Prophetie noch nicht ganz erfüllt haben kann, denn: Wo sind die restlichen zehn Stämme, die 722 v. Chr. durch Assyrien weggeführt worden sind?

Wen diese Frage interessiert, der halte die Augen offen, blicke nach Jerusalem und schaue, ob nicht irgendwie – quasi aus dem Nichts – irgendwelche Menschen auftauchen, die behaupten, dass ihre Vorfahren zu diesem israelitischen Volk gehören und ebenfalls zurück in ihr Land wollen.

Wir werden sehen…

PS: Falls dieser Gedanke aufkommt: Nein, wir sind keine Juden 🙂